Der Anfang
Begonnen hat es eigentlich ganz normal, nämlich so daß einige Amatuermusiker aus der nördlichen Oberpfalz schon immer sagten
“......s war eichentlich doch recht schey, wenn ma a sua a kloine Blechmuse haidn, und bloß ehamal a weng spln dan, wais uns
halt gfreia tat oder mia michatn...”(O-Ton) für Nichtbayern bzw. nich Oberpfälzer - “es wäre doch eigentlich recht nett, wenn wir
eine kleine Blasmusik hätten, und nur wenn wir Lust haben, hin und wieder einmal irgendwo spielen”(frei übersetzt).
Diese Idee hatten im März 1999, der Trompeter Frank Feistel aus Etzenricht, der Posaunist Stefan Rother aus Schirmitz und der
Tubist Thomas Mort aus Oberwildenau. Nach langem hin und her überlegte man, wen man denn noch die “Ehre” oder “Gemeinheit”
antuhen könnte und Ihn zur kleinen Blechmusik zu holen!
Da unser Tubist eine kleine Firma mit Blasinstrumentenhandel betreibt und er als Tubist in sehr vielen Blasorchestern der
Umgebung als Aushilfe tätig war, (zumindest bei denen, wo er noch nicht rausgeflogen ist ...hihi) hatte er so Kontakt zu sehr
vielen Musikern. Also wurde hin und her überlegt und so fanden der Tenorhornist Klaus Rustler aus Alwareith (Neualbenreuth),
Werner Schreml aus Eschaboch (Stadt Eschenbach) und auch Roland Beer aus Steanstoi (Störnstein) zu den bereits
vorhandenen Musikern. Geprobt wurde zum ersten mal am 19.03.1999 im Verkaufsraum der Fa. Thomas Mort Blasinstrumente. Um
aber nicht die im Verkaufsraum lagernden Instrumente bzw. deren Lack zum springen zu bringen fand man schnell eine neue
Bleibe bei unserem Posaunisten Stefan Rother im voll ausgebauten Partykeller..... der flinkerhand zum optimalen Probenraum
umfunktioniert wurde!
Unsere Vorstellungen
Allerdings waren wir uns von Anfang an darüber im klaren, wenn... dann machen wir natürliche Blasmusik und das ganze ohne
elektronische Hilfsmittel! Also nicht was heute von Moik & Co so alles als Blasmusik verkauft wird. Diese “volkstümliche” Musik
wollte man auf keinen Fall machen, die hatte man jahrelang machen müssen, da jeder der Musiker natürlich aus anderen,
zum Teil Bierzeltkapellen, stammte.
Was einerseits positiv war, wenn es sich bei allen um erfahrene Musiker handelte, war auf der anderen Seite auch wieder
schlecht, denn das größte Problem ist und bleibt die Terminplanung. Selten eine Terminanfrage die sofort mit einer Zusage
beantwortet werden kann! Meistens muß erst etwas geschoben und evtl. andere Musiker angerufen werden und
die um Aushilfe in der Stammkapelle bitten.
Die ersten Auftritte ließen auch gar nicht lange auf sich warten, so spielte man das erste Mal vor größerem Publikum auf einem
Bürger bzw. Marktplatzfest ........ ohne Anlage, ohne Technik .......! Als wir begannen zu spielen dachten wir, wir werden
untergehen in dem Getümmel und im Lärm, allerdings war das Gegenteil der Fall. Das Publikum verstummte bei
den ersten Takten und suchte die Nähe der Musiker!
Das war eigentlich etwas was noch keiner der Musiker bisher erlebt hatte...die Leute kommen zur Musik....im Bierzelt ist es
eigentlich die Regel, daß sich um die hinteren Plätze gestritten wird....nur weg von der lauten und aufdringlichen Musik
..... diesmal war es das Gegenteil. Auch die sehr große positive Resonanz auf unsere leise, dezente konzertante Blasmusik
war riesig. Das Publikum konnte sich ohne “Zwangsbeschallung” in normalen Ton unterhalten !
Dieser Erfolg gab uns eigentlich den letzten Tick, daß wir auf dem richtigen Weg waren! Wenn jemand behauptet “traditionelle
Blasmusik” sei in der heutigen Zeit nicht mehr gefragt, den muß man erst mal fragen, was versteht er überhaupt
unter dem Begriff und mit welchen Mitteln..bzw.... mit wieviel tausend Watt bringt er diese zu Gehör!
Der große Blasmusiker, Ernst Mosch, der allen ein Begriff sein dürfte, sagte einmal “Blasmusik darf nicht weh tun”.
Diesen Spruch beherzigen wir seit der Gründung unseres kleinen Blasorchesters!
Unser Ziel
Unser Hauptziel ist es dem Publikum die traditionelle Blasmusik wie Walzer, Polka, Marsch und auch Ouvertüre wieder etwas
näher zu bringen...weg vom Bierzeltimage. Weg vom Vorurteil daß man Blasmusik nur zu Festzug, Bierzelt und zur Beerdigung
brauchen kann. Wir wollen unserem Publikum aufzeigen, daß man Blasmusik eigentlich überall und in ganz unaufdringlicher Form
hören kann!
Als Veranstalter des mittlerweile weit über die Grenzen der Oberpfalz bekannten “Weidener Blasmusikabends” bieten wir aber
auch anderen “Blaskapellen” und Blasmusikformationen ein Forum, sich vor Fachkundigem Publikum darzustellen. Die
Grundbedingungen sind lediglich “ohne Elektronik und Zwangsbeschallung” und “keine volkstümliche Blasmusik”, denn diese Art
der seichten und hirnlosen Unterhaltung bekommen wir zur Genüge von unseren Medien geboten. Dies hat nichts mit einer
Verweigerungshaltung gegenüber neuem zu tun sondern eher etwas mit Brauchtum bzw. Imagepflege der Blasmusik!
Wenn sie also eine Kapelle suchen bei der nach einer halben Stunde alle auf dem Tisch stehen und klatschen, dann sind wir die
falschen. Wir wollen unser Publikum mit unserer Musik, nicht mit “Dressurakten” begeistern, wie man es normalerweise nur bei
Primaten findet bzw. finden sollte.
Sie finden uns auf Straßenfesten, Biergärten, Blasmusikfesten, Serenaden, Geburtstagen usw. überall da wo richtige Blasmusik
in kleiner Besetzung eben wieder gewünscht ist. Dass dieses sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit erfreut, zeigt
eigentlich schon unser immer dichter werdender Terminplan, allerdings auch die immer öfter kommende Frage der Veranstalter
auch an andere Blaskapellen könnt Ihr auch ohne Anlage spielen ??? “Diese Entwicklung ist zwar keine “Massenhysterie” hin zur
“Blasmusik - Pur” doch sie hält langsam aber sicher Ihren Einzug.
Der Anfang der
“Kleinen
Blechmusik”oder af
oberpfalzisch“....wai
des alles oaganga
is...”